Mittwoch, 13. Juni 2018

SüdLink-Planung in Karlstadt vorgestellt!

Am Dienstag, 12. Juni, boten die Netzbetreiber in Karlstadt wieder Einblicke in deren Korridor-Untersuchungen und Planungen an. Wir waren dabei und konnten uns zunächst vom (für uns) Wichtigsten überzeugen:

Der Sinngrund ist weiterhin kein Thema mehr und wird es auch nicht mehr werden!


Aber: Unsere Nachbarn sind insbesondere mit der Bündelungsvariante Gastrasse noch Bestandteil der Planung. Über Sinntal quert die Trasse die Saale bei Gräfendorf und wird über Neutzenbrunn, Aschenroth, Weyersfeld und Karsbach in Richtung Main geführt. Eine andere Variante kommt über Arnstein, Retzbach und Zellingen in den Landkreis.

Das Kartenmaterial kann nun durch Jedermann online unter diesem Link eingesehen werden:
https://www.tennet.eu/de/unser-netz/onshore-projekte-deutschland/suedlink/erdkabel-korridore/korridorverlaeufe/topographische-regionalkarten/
(dort einfach WebGIS folgen)

Aktuell wurde bei beiden Korridoren noch keine Priorisierung vorgenommen. Eine Empfehlung an die BNetzA will man bis Ende 2018 erarbeiten. Die Entscheidung liegt dann bei der Behörde. Bis 2025 will man die Erdkabelleitung in Betrieb nehmen. Ob das zu realisieren ist bleibt fraglich. Aber der gesamte Abschnitt wird jetzt unter der Erde geführt. Die Erderwärmung (nach Untersuchungen angeblich weniger als 1 °C) spielt laut Auskunft der Netzbetreiber keine große Rolle mehr beim Dialog mit Landwirten und Grundstückseigentümer. Ganz anders aber der notwendige Korridor von 30 Metern, der im Wald auch das Abholzen von Flächen zur Folge haben wird. Der Ausgleich für diese Flächen liege in der Renaturierung durch anderes Gewächs und daran gebundenes Getier. Das sieht man bei kommunalen Bauprojekten nicht selten anders bei den Behörden. Aber so ist das halt!


Montag, 23. April 2018

Energiewende QUER gedacht!

Zwar ist es um unseren Sinngrund i.S. SüdLink ruhig geworden, aber immer wieder trifft man auf Debatten und Diskussion rund um die nunmehr beschlossene Trasse in der Erde. So wirft man beispielsweise unserer Region vor, wir würden uns an einer Energiewende nicht beteiligen, wüssten nichts von den Belastungen der anderenorts aus dem Boden sprießenden Windkrafträder und wettern obendrein auch noch gegen den SüdLink. Die Diskussion um Windkraft als Alternative zum Atomstrom und die scheinbare Notwendigkeit der geplanten Stromtrassen ist immer noch sehr verwaschen. Immer noch gehen Menschen irrig davon aus, der SüdLink diene quasi dem Transport von Windstrom in den (nach Abschaltung der AKWs) unterversorgten Süden. Unterversorgt u.a. weil man dort mit einer 10H-Regelung politisch den Ausbau von Windkraftanlagen erschwert. Doch nur weil etwas anderenorts unsinnig ist, macht das aus Gegnern noch längst keine unsolidarischen Energiewendeverweigerer. 


Die Politik verschließt sich beharrlich eine "regionale Energiewende" zu denken und deren Weichen zu stellen. Warum dürfte allen klar sein. 


Montag, 28. August 2017

SüdLink jetzt über den Hessischen Spessart?

Läuft der SüdLink jetzt über den Hessischen Spessart?

Geht es nach dem Willen der Landesregierung Thüringen ... JA! Deren Vorschlag an die BNetzA wird derzeit mit Fristablauf im November durch die Netzbetreiber geprüft. Die angewandte Methodik der Thüringer ist stichhaltig und bezieht sich auch auf die gesetzliche Notwendigkeit der Geradlinigkeit. 

Unser Sinngrund bleibt aber auch beim Thüringer Vorschlag unberührt. Die Vorzugstrasse schneidet den Landkreis Main-Spessart bisweilen im Bereich Arnstein und Zellingen im Verlauf nach Süden. Eine Alternative in unserer Nähe ist auch noch die Gastrasse aus Richtung Sinntal kommend. Dank den Thüringern dürfen sich jetzt aber auch die Hessen in unserer Nachbarschaft wieder Gedanken machen. Deren Vorzugstrasse läuft östlich von Bad Orb über den Hessischen Spessart an Lettgenbrunn (Jossgrund) und Flörsbachtal vorbei und erreicht im Bereich Frammersbach 
und Lohr unseren Landkreis.  

Dienstag, 18. Oktober 2016

Neue SüdLink-Planung für Main-Spessart in Karlstadt vorgestellt!

Jetzt ist es also amtlich! TenneT hat als Vorhabenbetreiber die neuen Korridore für den Bau der SüdLink-Stromleitung nach Maßgabe des neuen NABEG vorgestellt. Denkwürdig (fragwürdig) u.a. von Herrn Haase, MainPost, moderiert, stellten mehrere "Fachleute" ihre Themen den Zuhörern dar; konkret u.a.:
- BNetzA, vertreten u.a. durch Herrn Brandt: Zustandekommen Netzentwicklungsplan (Bedarf).
- TenneT, vertreten durch Herrn Wagner: SüdLink, Probleme ohne SüdLink (Netzschaltungen).
- Dr. Durike, Rechtsanwaltskanzlei De Witt: NABEG-neu.
- Herr Grimm, Vertreter Planungsbüro: Methodik neu.


Für uns gab es keine wirkliche Neuigkeiten. Der Sinngrund ist und bleibt aus den neuen Planungen gestrichen. Das ist aber auch schon alles was uns freut. Für alle anderen Gemeinden, die jetzt wieder oder erstmals neu in einem möglichen Korridor liegen, beginnt der Wettstreit um möglichst schlechte Bedingungen erneut (zumindest aus TenneT-Sicht gesehen). Wir konnten jedenfalls keine Gemeindevertreter "Hier her!" schreinen hören. Niemand will das Ding eigentlich - ob als Freileitung oder Erdkabel. Aber der Bedarf ist - wie eh und je - alternativlos in den Raum gestellt worden. Die BNetzA sprach von "energiewirtschaftlich notwendig" und verwies auf das aufwendige Verfahren zur Erstellung von Netzentwicklungspläne. Natürlich verschwieg man dabei, dass die Datenlage ausschließlich durch die Stromkonzerne und Netzbetreiber eingebracht wird und man als Behörde (nur ganz nebenbei) der verlängerte Arm der Bundespolitik ist. Als wir in der Diskussion auf diese Verflechtung und Problematik hinwiesen und auch auf den weiterhin ignorierten Wunsch einer unabhängigen, wissenschaftlichen Überprüfung unter Berücksichtigung eines sukzessiven Rückbaus der Kohleverstromung (mit Ausbau der Erneuerbaren), stellte man sich als BNetzA vehement als "unabhängig" und ausreichendes Überprüfungsorgan hin. Warum scheut man dann so eine freie Überprüfung der Datenlagen so sehr?

Die Kanzlei De Witt, welche sich zunächst als Rechtsvertreter der "Hamelner Erklärung" vorstellte, machte dann überraschende alle Ausführungen zum NABEG neu und übernahm damit die Aufgabe der BNetzA. Dr. Durike betonte auch die erfreuliche Verbesserung der Kommunikation mit TenneT. Nun muss man wissen, dass die "Hamelner Erklärung" noch nie den Bedarf von SüdLink in Frage gestellt hat. Deren Kritik galt überwiegend nur der alten Methodik und dem Freileitungsbau. So kann man am Ende - nach dem dieses Ziel ja erreicht wurde - feststellen: Zwischen den Vertretern der "Hamelner Erklärung", BNetzA und TenneT scheint insgesamt jetzt eine einvernehmliche Kommunikation zu herrschen. Das trifft auf uns Bürgerinitiativen nicht zu!
Auf eine Frage, zu welchem Zeitpunkt man verlässlich im neuen Entscheidungsprozess erkenne, ob man - wenn - eine Freileitung bekomme oder der Erdkabelvorrang stehe, erklärte der Jurist, dass man dies eigentlich bis "kurz vor Torschluss" nicht erkennen könne. Trotz Bundesfachplanung und Festlegung des Abschnitts könne es, wenn auch mit geringer Wahrscheinlichkeit möglich sein, von Erdkabel auf Freileitung umschwenken zu müssen. Das sei dann so! Das allerdings könne man dann im Einzelfall juristisch prüfen.

Wir stimmen auch mit den Ausführungen überein, die neue Methodik lasse ein hohes Maß an Validität erkennen. D.h. der wissenschafliche Herleitungsgrad der Beurteilungen und Einstufungen sei sehr hoch angesiedelt. Das ist bestimmt richtig! Doch warum verweigert man diese hohe Validität beispielsweise bei der Frage nach dem Bedarf. Da herrscht eher: TenneT wünscht, BNetzA reguliert etwas, TenneT baut und wir bezahlen! Und der Leitungsbau wird den Verbraucher bis zu 50 Euro Mehrkosten auf der jährlichen Stromrechnung bringen (Familie mit zwei Kindern).

Interessant ist jetzt auch die SüdLink-Werbung von TenneT. Früher war es DIE Windstromleitung um Windenergie aus dem ertragreichen Norden in den unterversorgten Süden zu führen. Heute gibt man den europäischen Stromhandel zu und nun soll SüdLink auch Sonnenenergie in der Windflaute in den Norden bringen. Der Mix ist es also! Klar, meinen wir. Wir haben schon immer gelacht bei der Aussage "Windkraftleitung" - im Netz fließt einfach nur Strom! Ein Mix aus AKW, Kohle und Erneuerbaren. Wir, die Bürgerinitiativen, entlarvten den Stromhandel - und so gibt man ihn heute einfach besser zu.

Die Moderatoren der MainPost taten sich schwer einen Bürger einfach mal ausreden zu lassen und stellten gerne mal eigene Interpretationen oder Fragestellungen in den Raum. So geht Moderation aber nicht - außer man ist grundsätzlich auch auf Leitungskurs oder hat gemeinsam mit dem Podium vorher Zulässigkeiten und Unangenehmes besprochen. Auf die Zuhörer machte die MainPost jedenfalls an diesem Abend keinen guten Eindruck.



Abb. bunt: Bild zeigt die aktuelle Raumwiderstandsanalyse von TenneT. Grün markiert ist die Geeignetheit für die Trasse hoch einzustufen. Der Sinngrund liegt links vom kleinen Grünstreifen deutlich außerhalb.

Abb. unten; Bild zeigt die Grobtrassenplanung von TenneT. Nr. 107 ist grob gesehen der Verlauf der Gastrasse (nicht aber identisch). Auch hier erkennt man deutlich, dass wir im Sinngrund raus sind.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Die neuen Korridorvorschläge von TenneT

Jetzt ist es also bekanntgegeben ... oder doch wieder nicht?! Zwar hat TenneT nun erste Planskizzen vorgelegt, jedoch ist die Aussage daraus noch sehr vorsichtig zu bewerten. MdL Felbinger (FW) hat bereits die Korridoreskizzen veröffenlicht; vgl. unseren letzten Post. Erfreulich (unter Vorbehalt) ist die daraus ersichtliche Feststellung, dass der Sinngrund keine Alternative mehr ist und gänzlich aus den Planungen herausgenommen wurde. Trifft dies abschließend so zu, wäre zumindest dies ein maßgeblicher Erfolg unseres Protestes. Aber wir wollen das Ergebnis nicht losgelöst von unseren Mitstreitern bewerten. Wie schon an anderer Stelle gemutmaßt, rückt die Gastrasse wieder mehr in den Fokus von TenneT und durch die Korridore 107, 115 und 116 (vgl. Bild im letzten Post) bleiben unsere Freunde aus Karsbach, Gössenheim, Gräfendorf, Gemünden und Sinntal auf der Planskizze. Auch wenn TenneT sich zwischenzeitlich mit verändertem Online-Gesicht gar als "Erdkabelbauer" und "Schützer von Natur und Umwelt" verkauft, wurde der Bedarf des SüdLink (auch in der Erde) nicht nachgewiesen; insbesondere nicht unter Berücksichtigung eines voranschreitenden Ausbau erneuerbarer Energien bei zeitgleicher, sukzessiver Zurücknahme von Kohlekraft. Wo ist das Aigner´sche "2-X" geblieben. Das "X" wurde kommentarlos im Koalitionsgipfel durch ein NULL ersetzt; als hätte es diese Formel und den Bayerischen Energiedialog nie gegeben. Wir im Sinngrund mögen ein Stück weit aufatmen, sollten aber noch lange nicht zufrieden die Segel streichen. Noch ist a) nichts sicher - mit Dialogen und Verschiebungen haben wir ja so unsere Erfahrung gemacht und noch ist auch keine Vorrangtrasse benannt. Und b) gilt es Solidarität mit den anderen, weiterhin betroffenen BI´s in MSP zu zeigen. Den letztlich wird ja ordentlich Geld verbuddelt, was der Verbraucher über den Strompreis wieder mitfinanziert. Und Verbraucher werden wir im Sinngrund ganz sicher sein. Und interessant ist ja bei der neuen Planung auch der Umstand, dass man mit der Gastrasse "alte Bekannte" aus der Schublade gezogen hat. Wollte man nicht - so lies man bei TenneT verlauten - die alten Planskizzen allesamt verwerfen und ganz neu anfangen? Ein Neuanfang sieht aber etwas anders aus!


Hier der Link zu den Karten.

https://www.transnetbw.de/de/suedlink/erdkabel-korridore#steckbrwww.transne      https://www.transnetbw.de/de/suedlink/erdkabel-korridore#steckbriefe

Sonntag, 12. Juni 2016

SüdLink & Co. unnötig! BNetzA und Netzbetreiber arbeiten gegen Energiewende und Klimaziele!

SüdLink & Co. unnötig! 
BNetzA und Netzbetreiber arbeiten gegen Energiewende und Klimaziele!

Zu diesem Fazit kommt Prof. Dr. Jarass (Energieexperte der TU Wiesbaden). Im Auftrag der Freien Wähler Bayern hatte Jarass die Stromtrassenplanungen untersucht und für uns steht fest: Die Planer gehen widersinnig von einer garantierten Kohleverstromung bei zeitgleichem Ausbau von Erneuerbaren Energie aus.

Und in der Tat muss man kein Experte sein. Natürlich braucht es Netzausbauszenarien (wir sprechen von bis zu 10 000 km/NEP 2025), wenn man beim Ausbau der Energiewende fließig weiter Einspeisegarantien für die Kohlekraftwerksbetreiber auspricht. Irgendwo muss der überschüssige Strom ja hin. 2015 verkaufte Deutschland rund 50 Milliarden KWh ins Ausland. Die Zahl stieg seit 2013 signifikant an. Das entspricht rund 50 Prozent des Strombedarf unseres Nachbarn Österreich.



Jarass verdeutlicht in seinem Vortrag, dass es immer noch keine wissenschaftlichen Belege für die Notwenigkeit der Stromtrassen gebe. Der Bedarf sei lediglich angemeldet und politisch beschlossen. Aber eben nicht unter dem Aspekt einer Energiewende. Man verweigere bei der BNetzA eine Berechnung des notwendigen Netzausbaus unter Berücksichtigung einer, dem Ausbau von Erneuerbaren Energien angepasste Rückregelung von Kohlekraftwerken. Genau das sei aber eigentlich nicht nur das Ziel einer Energiewende. Auch Lippenbekenntnisse der Weltpolitik i.S. Klimawandel und /-ziele fordere eigentlich eine andere Energiepolitik. Mit dem aktuellen Netzausbau bediene man nur die Lobby. Dies zeige sich weiter auch in den neuen Gesetzesänderungen.
Mit dem neuen "Ausschreibungsmodell" zwinge man Bürgerkraftwerke zur teuren Bewerbung und Vorkasse ohne Zuschlagsgarantie. Alles scheint also gesteuert zu sein.

Der Rat des Experten an uns und die anwesenden BI´s und Verbände:
1.
Die Gemeinden sollten achtsam und frühzeitig ihre Einwände unter Beachtung der engen Fristen in die neue Bundesfachplanung einbringen und möglichst alle erdenklichen Gründe gegen die Trassenplanung aufführen. Eine Klagemöglichkeit bestehe zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht, doch könne im anschließenden Planfeststellungsverfahren nur noch beklagt und thematisiert werden, was man bereits zuvor erwähnt habe. Verschläft man da was - war´s das! Ohne Einwände zuvor innerhalb der Frist, besteht grundsätzlich keine Klagegrundlage. Auch hier habe der Gesetzgeber versteckt den Gestaltungsrahmen der Kommunen eingeschränkt.
2.
Verbände und BI`s sollten gebündelt und geschlossen gegen die Trassenplanungen aufstehen. Deren Forderung muss sein: Bedarfsnachweis unter Beachtung der möglichen Kohlerückregelung bei zeitgleichen Ausbau mit Erneuerbaren. Die Antwort könne nur der Hinweis auf die Gesetzeslage (Kohleeinspeisegarantie) sein. Dies stehe aber im Widerspruch zu den Weltklimazielen. Schnellregelbare Gaskraftwerke lasse man bewusst in der Unwirtschaftlichkeit und ungenutzt.
Die Netzausbaukosten (alleine bei SüdLink rund 25-30 Milliarden Euro bei Erdverkabelung) könnten in den Ausbau von Erneuerbaren gehen.

Prof. Dr. Jarass hielt aber auch mit seiner Kritik gegen den Verbund der "Hamelner Erklärung" nicht hinter dem Berg. Es sei nicht nachvollziehbar, warum man sich nunmehr mit der Erdverkabelung zufrieden gebe. Der Zusammenschluss von 17 Landkreise müsse weiter den Bedarfsnachweis einfordern.

Unser Fazit:
Genau hier liegt das Problem. Im Hamelner Zusammenschluss wie auch beim RhönLINK oder dem MSPLINK sind zu viele politische Kräfte am wirken und verkörpern nicht selten einfach den verlängerten Arm ihrer politischen Gesinnung. Es erfolgt eine politische Gleichschaltung insbesondere bei SPD, CDU/CSU und B90/Die Grünen. 

Anstelle gemeinsam mit den BI's und in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der BI's eine einheitliche Marschrichtung zu gehen und ein starkes Signal des Widerstands zu senden, schiebt man die Trasse nicht selten hin und her und spart am Ende gegenseitig nicht mit Vorwürfen. Nicht selten sind auch da bereits "Politiker" involviert. Unfriede und Zwist ist aber genau der Fehler. Und auch das war wieder am Abend in Bad Brückenau nach dem Vortrag erlebbar. Vertreter des RhönLINK suchten trotz der Ausführungen von Prof. Dr. Jarass nach der Wahrheit (wessen Wahrheit? Von den CETA-Wollern, TTIP-Wollern, den SüdLink-Wollern, den Lobbybedienern). Im Gegenzug gab's emotionale Vorwürfe aus MSP zu jüngsten Veröffentlichungen (Trassenschiebereien) in der Presse. 

Der RhönLINK steht aber - und dies hat er uns voraus - geschlossen mit allen Gemeinden und mit Rechtsbeistand zusammen; auch wenn man Teile der Haltung und Vorgehensweise auch kritisch sehen kann. Unsere Schwester, der MSPLINK, ist dagegen eher zahnlos. Nicht mal 50 Prozent der MSP-Gemeinden haben sich darin solidarisiert. Und ein lauter Widerstand ist diesem politischen Arm auch nicht gerade zu entnehmen.
Und so auch der so genannte Dachverband der BI's in MSP. Auch nach Sitters (CSU) überfälligem Abgang an der Spitze besticht der Dachverband nicht durch Struktur und Bündelung. Und da brechen wir es an dieser Stelle auch noch weiter herunter. Aus dem Sinngrund waren der Einladung nur Bürgermeisterin Zieres (Obersinn) gefolgt. MGR Willi Balkie war in Doppelfunktion auch für die Vorstandschaft unserer BI mit Johannes Pfeifroth da. Andere Bürgermeister(innen) oder Gemeinderäte aus dem Sinngrund suchte man vergeblich. 

Donnerstag, 12. Mai 2016

Fragen an TenneT zum Positionspapier der BNetzA

Wir haben die Gelegenheit genutzt und MdL Günther Felbinger (FW) einen Fragekatalog für ein Treffen mit TenneT zukommen lassen. Er war so freundlich und hat uns nun die Antworten des Netzbetreibers zukommen lassen. Wir wollen das hier gerne zur Verfügung stellen.

1.) Sind bereits Gebietskörperschaften bekannt, die tendenziell in den Antragskonferenzen eine Freileitungsplanung wünschen? Wenn ja: Welche? Natürlich ist der neue Grobkorridor (zumindest offiziell) noch nicht untersucht und ausgewählt, aber die alte Planung dürfte hier bereits Grundhaltungen von Gebietskörperschaften (i.R. der Stellungnahmen) in Erfahrung gebracht haben.

TenneT:
Bislang sind keine Gebietskörperschaften bekannt, die sich bereits vor Beginn der Neuplanungen pauschal für eine Ausführung von SuedLink auf ihrem Gebiet als Freileitung ausgesprochen haben. TenneT und TransnetBW setzen bei den neuen Gleichstromleitungen auf Erdkabel und begrüßen gleichzeitig die Möglichkeit, eine Freileitungsoption beispielsweise auf dem Gebiet einer Kommune zu prüfen, wenn diese sich gegen eine Verkabelung ausspricht. Das entspricht nicht nur dem Verständnis von beiden Vorhabenträgern, gemeinsam mit den Kommunen Lösungen zu finden. Eine von allen Seiten getragene Lösung führt auch zu einer Beschleunigung bei der Realisierung der Vorhaben.

Kommentar:
Was bitte soll das bedeuten? Wenn eine Kommune SüdLink kategorisch auch als Erdkabel ablehnt, kann TenneT eine Freileitung prüfen? Soll das ein Witz sein? Hoffen wir auf eine "unglückliche Formulierung" des Antworters. Wir haben in den neuen BNetzA-Papieren dazu nichts gefunden. Der Gesetzgeber ermöglicht Freileitungen auf freiwilliger Basis, wenn Kommunen dies ausdrücklich wünschen. Da müssen wir nochmal nachfassen!

2.) Eine Freileitung ist im artenschutzrechtlichen und naturschutzrechtlichen Ausnahmetatbestand dann möglich, wenn dies eine "zumutbare Alternative" darstellt. Wie definiert man diese Begrifflichkeit momentan bei TenneT? Unter welchen Umständen darf man von einer Zumutbarkeit ausgehen?

TenneT:
Besonders wertvolle Naturräume werden im Zuge des Prozesses zur Trassenkorridorfindung als Raumwiderstände frühzeitig berücksichtigt. Hierzu zählen Schutzgebiete des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura2000, sowie Naturschutz-, Landschaftsschutzgebiete, weiterhin Naturparke, Biosphärenreservate, Welterbestätten der UNESCO. Im weiteren Verfahren kann die verfahrensführende Behörde (Bundesnetzagentur) die Prüfung einer Freileitungsoption durch die Vorhabenträger beauftragen. Hierbei ist neben der Voraussetzung der naturschutzfachlichen Notwendigkeit die technische und wirtschaftliche Effizienz zu prüfen. Die Prüfung erfolgt jeweils im Einzelfall. Durch die vielfältigen Rahmenbedingungen kann im Vorfeld noch keine Festlegung darüber getroffen werden, in welchem Fall es sich um eine zumutbare Alternative handelt.

Kommentar:
Wieder so eine typisch gewählte Formulierung. Der Begriff "zumutbare Alternative" ist also demnach offen und schwammig.

3.) Das Zielsystem schreibt TenneT eine Grundplanung in Erdkabelausführung vor. Zugleich - und nur hier - führt der Gesetzgeber weiter (... schließlich dann ...) die Nutzung von Bestandstrassen aus. Dies stellt aus unserer Sicht ohnehin einen Widerspruch zum Zielsystem dar. In diesem Zusammenhang wäre von Interesse, ob TenneT bei der Neuplanung nun Bestandstrassen von Anfang an in ihrem Verlauf einfließen lässt, oder tatsächlich ohne Kenntnis der Bestandstrassenkorridore eine ganz eigene, neue Korridorfindung für das Erdkabel sucht. Letzteres müsste eigentlich nach der neuen Gesetzeslage der Fall sein.

TenneT:
Die Möglichkeit einer Bündelung mit anderen Freileitungen (als Ausnahme für Erdkabel) wird bei SuedLink nicht in Frage kommen, da diese Voraussetzung nur bei einer Zubeseilung auf bereits bestehenden Masten erfüllt ist. Dafür müssten bestehende Maste aber so ausgelegt sein, dass zusätzliche Leiterseile für SuedLink mit den elektrotechnisch erforderlichen Abständen zwischen den bestehenden Leiterseilen bzw. zum Boden angebracht werden können. Im TenneT-Netzgebiet existieren jedoch keine Freileitungsmaste, die diese Voraussetzung erfüllen. Somit möchte ich gerne Ihren zuletzt genannten Punkt bestätigen. Bei der Neuplanung von SuedLink konzentrieren wir uns auf die Findung geeigneter Erdkabel-Trassenkorridore. Die Parallelführung mit anderen Infrastrukturen Bündelungsaspekt stellt im Vergleich zur Freileitungsplanung keinen pauschalen Planungsgrundsatz mehr dar, ist aber im Einzelfall zu prüfen.

4.) Kann TenneT Angaben zur (erfahrungsgemäßen/durchschnittlichen) Länge von so genannten Stichleitungen/Konverterleitungen machen? Diese verbleiben ausdrücklich in der Freileitungsplanung.

TenneT:
Bei den sogenannten Stichleitungen handelt es sich um die Anbindung, die den Konverter am jeweiligen Endpunkt der HGÜ-Leitung mit dem Netzverknüpfungspunkt (Umspannwerk) verbindet. Diese Verbindung wird in Wechselstrom ausgeführt. Aufgrund rechtlicher Vorgaben muss die Stichleitung daher grundsätzlich als Freileitung geplant werden. Im Sinne des Anwohnerschutzes und möglichst geringer Auswirkungen auf das Landschaftsbild strebt TenneT an, die Konverterstandorte möglichst nah an die Netzverknüpfungspunkte zu legen, um die Anbindungsleitung so kurz wie möglich zu halten.

Kommentar:
Es hätte sicherlich einen statistischen Längenwert (Durchschnitt) zur ermitteln gegeben. Aber diese Aussage will man einfach nicht treffen! Somit bleibt offen, ob der Stich dann 1 oder bspw. 20 Kilometer lang wird. Eigentlich wieder alles sehr planungsoffen.

5.) Der Detailierungsgrad bindet TenneT an die exakte Angabe der Leistungs- und Spannungsdaten. Für SüdLink (alt) also 2 GW bzw. 2 + 2 GW. Szenarien der Zukunft malten bis zu 10 GW an die Wand. Wenn SüdLink jetzt mit 4 GW beantragt wird, fallen dann die weiteren Szenarien wieder weg oder wird dann einfach bei Bedarf nachbeantragt? Dies spielt für die Korridorfindung, insbesondere bei der Breite, eine ganz wesentlichen Rolle. Dann müsste TenneT ja bereits Landstriche auswählen, die breit und geeignet genug für nachträgliche Kabelverlegungen wären. 

TenneT:
Im Bundesbedarfsplangesetz sind die beiden Maßnahmen Brunsbüttel – Großgartach und Wilster - Grafenrheinfeld mit einer Übertragungsleistung von je 2 GW enthalten.  Diesem liegt die Prüfung der Bundesnetzagentur (BNetzA) des Netzentwicklungsplans 2024 zugrunde.
Auch in sämtlichen vorherigen Prozessen wurden zwischen Schleswig-Holstein und Süddeutschland nur diese zwei Maßnahmen von der BNetzA bestätigt und somit im Bundesbedarfsplan aufgenommen. SuedLink besteht deshalb auch aus diesen zwei Verbindungen– diese Verbindungen werden jetzt geplant und realisiert.

Ob in Zukunft weitere Maßnahmen notwendig werden, wird in den späteren Netzentwicklungsplänen entschieden und dann wiederum im Bundesbedarfsplangesetz vom Bundesgesetzgeber verankert. Sollten in Zukunft weitere Verbindungen in der Mitte Deutschlands notwendig werden, werden diese unabhängig von SuedLink geplant und gebaut werden.

Kommentar:
Wie bescheuert wäre das denn!? Man plant für 4 GW und will im Falle einer Nachrüstung komplett neue Korridore untersuchen? Wer soll das bitte glauben! Das wäre ja hochgradig ineffizient und gerade die Wirtschaftlichkeit ist doch so ein hohes Maß in der Planung. 

6.) Wie sieht TenneT die allgemeinen Anforderungen an die Trassenkorridorfindung? Sieht man die verbessert? Wenn ja: An welcher Stelle bzw. durch welche Vorgehensweise.

TenneT:
Die Energiewende soll zügig und mit umfassender Beteiligung der Öffentlichkeit umgesetzt werden. Deshalb setzen sich TenneT und TransnetBW auch vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen mit SuedLink dafür ein, dass bei der Methodenentwicklung besonderer Wert auf die Beschleunigung sowie auf die Transparenz des Verfahrens gelegt wird. Beides kann durch einen kleineren Untersuchungsraum und weniger zu prüfende Alternativen gewährleistet werden. Mit der somit schneller gewonnenen Klarheit darüber, wo mögliche Trassenkorridore verlaufen könnten, bliebe mehr Zeit für den Dialog und die Beteiligung.

Die Bundesnetzagentur hat mit dem Positionspapier eine erste Grundlage geschaffen und die planerischen Aspekte, die sich aus dem gesetzlichen Erdkabelvorrang ergeben, konkretisiert. Auf dieser Basis werden TenneT und TransnetBW im nächsten Schritt die projektspezifischen Planungskriterien für SuedLink als Erdkabelverbindung ausformulieren.

In Vorbereitung auf die Neuplanung haben wir Ende April auch den Dialog mit den Fachbehörden und Verbänden auf Bundes- und Landesebene wieder aufgenommen. Ziel der Gespräche in den verschiedenen Arbeitsgruppen ist die Diskussion und Konkretisierung des methodischen Rahmens auf Basis des Positionspapiers der BNetzA. Wir werden den Adressatenkreis mit zunehmender Planungstiefe um regionale Fachvertreter erweitern.

Gerne stehe ich Ihnen für weitere Fragen jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Dienstag, 19. April 2016

TenneT schreibt Kommunen an!

TenneT hat sich mit einem Schreiben vom 9. März 2016 an die Kommunen gewandt und auf das hier bereits zusammengefasste Positionspapier der BNetzA und die darin enthaltenen Änderungen im Zusammenhang mit der neuen Gesetzeslage (Erdkabelvorrang) skizziert.

Aus dem Schreiben entnehmen wir aber zwei wesentliche Darstellungen:

1.
TenneT betont ausdrücklich, dass die Linienzeichnungen im Netzentwicklungsplan keine Untersuchungsgrundlage darstellen. Es wurde lediglich er Anfangs- und Endpunkt mit einer Linie verbunden.

Soweit so gut! Aber genau das ist doch auch Vorgabe, oder nicht? Selbst bei anlassbedingten Abweichungen (z.B. wegen Riegel) von der Geraden muss eine gerade Linie wieder zwischen den Punkten hergestellt werden. Das sagt die neue Methodik ganz unmissverständlich aus. 
Also: Natürlich stellt die Linie im Netzentwicklungsplan keine Korridorlinie i.S. des § 6 NABEG dar, aber ganz klar wäre dies die Ideallinie i.S. des neuen Methodenpapiers. 

2.
Besonders Augenmerk legen wir auf diesen Auszug:
"Die Möglichkeit einer Bündelung mit anderen Freileitungen wird bei SüdLink nicht in Frage kommen, da diese Voraussetzung nur bei einer Zubeseilung auf bereits bestehenden Masten erfüllt ist. Dafür müssten bestehende Masten aber so ausgelegt sein, dass zusätzliche Leiterseile mit den elektrotechnisch erforderlichen Abständen zwischen den bestehenden Leiterseilen bzw. zum Boden angebracht werden können. Im Netzgebiet der TenneT existieren diese Möglichkeiten aber nicht."

Unsere 110KV-Freileitung im Sinngrund ist demnach faktisch nicht aufseilbar. Das klingt zunächst erfreulich und würde uns aus der Planung nehmen. Dem ist aber nicht so! TenneT verschweigt in dieser Darstellung nämlich die Möglichkeit der Freileitungsplanung neben einer Bestandstrasse. Im Klartext bedeutet der Satz also: Egal wo es eine Freileitungsplanung für SüdLink geben wird, können wir uns auf neue, zusätzliche Masten neben den Bestandstrassen einrichten. 

Sonntag, 27. März 2016

BNetzA gibt Positionspapier zu den Gesetzesänderungen (Erdkabel-Vorrang) heraus!

Wir haben mal versucht das verwirrende Papier der BNetzA zu entwirren, zu deuten und für den Interessierten zusammenzufassen. Wer ist in mehrseitiger Fassung lesen will, findet das Ding auf der Homepage der BNetzA.

Die Unterzeichner der Hamelner Erklärung haben zwischenzeitlich eine Stellungnahme zu diesem Werk abgegeben und bemängeln - wie auch wir - die unklaren Formulierungen und offenen Türen.





Dienstag, 23. Februar 2016

Bürgerdialog Stromnetz in Bad Brückenau

Am Montagabend, 22. Februar, waren wir zu Gast beim Bürgerdialog Stromnetz. Das Unternehmen ist beauftragt und finanziell gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium; V.i.S.d.P. ist Dr. Peter Ahmels; selbst angehörter Berater im entscheidenden Ausschuss des Bundestages im Dezember zur Änderung des EnLAG. Wir hatten in einem zurückliegenden Post über den gesamten Beraterkreis und deren Beziehungen zur Stromwirtschaft berichtet.



Insgesamt zählte der Saal keine 40 Zuhörer. Als Leitthema des Abends wurde ein Vortrag aus der Wissenschaft "Gefahren durch Strom" präsentiert. Fachkundig wurden uns also die Unterschiede zwischen Elektrischen und Magnetischen Feldern erklärt und zu Beginn herausgestellt, man könnte keine "Unbedenklichkeit" unterschreiben. Hielte man sich aber an die wissenschaftlichen Fakten, könne man auch keine "Bedenklichkeit" im Zusammenhang mit dem Netzausbau erkennen. Wir nehmen folgende Grundaussagen mit:

Die Feldstärkenwirkung reduziert sich nach Aussage der Wissenschaft in einer Entfernung von ca. 200  Meter (abhängig auch von der Induktion) auf die dauerhaft auf uns einwirkende Erdfeldstärke
Auf unsere Nachfrage, warum man dann nicht zumindest diesen Mindestabstand - wie ihn ja auch viele Bürgerinitiativen einfordern - gesetzlich bei der Änderung des EnLAG festgeschrieben hat: Das sei eine politische Entscheidung und die Politik folge nicht immer der Wissenschaft. Zugleich wurde aber weiter betont, dass es auch unter diesen 200 Metern keine verlässlichen Studien gibt, die einen kausalen Zusammenhang zu Gesundheitsrisiken - z.B. Leukämie - gibt.

Verschiedenste Studien aus der Wissenschaft, die diesen Zusammenhang als "wahrscheinlich" oder "relativ" herstellen, wurden sogleich fachkundig und wissenschaftlich in Frage gestellt. Mal war es die Vergleichbarkeit, dann wieder die Referenzzahl der Untersuchten oder schlichtweg die wissenschaftliche Methodik. Unter dem Strich: Keine dieser Studien könne wissenschaftlich als Grundlage für Ängste oder Protest genommen werden. Mathematisch wurde es bei der Bristol-Studie (Leukämie bei Kindern). Das errechnete, relative Risiko läge bei (ACHTUNG) "kleiner ein Kind" - so man eine kausale Beziehung herstellen könne. Das ist uns ein Kind im Feldversuch zu viel.

Wir fragten auch nach der Empfehlung der Deutschen Strahlen-Schutzkommission. Die SSK hatte Humanstudien zur Erforschung der Wirkung (insbesondere der komplett unerforschten HGÜ-Leitungen) empfohlen. Die Antwort: Es gab auf diese Empfehlung hin keinerlei politische Reaktion und damit auch keinen Auftrag an die Wissenschaft.

Unser Fazit:
Gezielt versucht man nun die Bedenken vieler Bürgerinitiativen zum Thema Gesundheitsvorsorge auszuräumen. Doch wer selbst keine Studie zur Unbedenklichkeit vorweisen kann und politisch dies auch nicht anstrebt (SSK-Anregung), der wirkt wenig glaubhaft und beruhigend, wenn er ständig alle anderen Studien wissenschaftlich zerpflückt und für wenig relevant deklariert.

Bürgerdialog Stromnetz betont zwar seine Unabhängigkeit, aber wer glaubt das, wenn jeder Flyer das Logo des Bundesumweltministeriums trägt. Und das man dort und bei den Netzbetreibern und Stromkonzernen den Netzausbau will und braucht, wissen wir ja hinreichend. So beginnt der Veranstaltungsflyer auch mit den Worten: Die Energiewende erfordert einen Um- und Ausbau der Stromnetze! Der Bedarf, insbesondere unter dem Blickwinkel einer Bürgerenergiewende wird weiter nicht diskutiert bzw. unabhängig nachgewiesen.

TenneT:
Als Zuhörer war auch Herr Wagner von TenneT im Saal. Wir nutzten das Treffen und fragten nach:
In der Tat ist TenneT mit den Landkreises der Hamelner Erklärung bereits im Dialog. Unser Landkreis hat diese Erklärung nicht unterzeichnet. Herr Wagner geht davon aus, dass wir frühestens im Sommer (Juni/Juli) mit einer ersten Trassenplanung rechnen dürfen. Die alten Korridor-Unterlagen seien alle gelöscht worden und man warte nun auf die genaue Methodik-Vorgaben. Ob das so stimmt zweifeln wir an. Diese Aussage würde ja bedeuten, TenneT könnte eine komplett neue Grobplanung innerhalb von vier Monaten aufstellen. Viel wahrscheinlicher: Die alte Linien werden modifiziert und an die neuen Erfordernisse und politischen Lager angepasst. Das darf er so natürlich nicht sagen. Auf unseren Hinweis, warum man weiter keine unabhängige Bedarfsfeststellung bei der Politik anstrebe, verwies Wagner lächelnd auf die Gaswirtschaft. Das sagt doch eigentlich alles!



Freitag, 19. Februar 2016

Unsere "Rechtsanwälte" in Berlin

Am 14. Oktober fand die öffentliche Anhörung im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages statt. Auf der Tagesordnung: Natürlich der Gesetzesentwurf zur Änderung von Bestimmungen des Rechts des Energieleitungsbaus. Zwischenzeitlich sind wir ja schon einen Schritt weiter, da das Gesetz bereits schon im Bundesrat war. Feierlich verkündete man: Die Erdkabel haben jetzt grundsätzlich Vorrang! Über die kleinen und feinen ABER bzw. Ausnahmen hatten wir ja schon berichtet.

Mit diesem Post wollen wir nur einen Informationskreis schließen. Der Landkreis Main-Spessart, korrekterweise natürlich seine Bevölkerung, wird i.S. SüdLink ja Prominent vertreten. MdB Bernd Rützel (SPD) und MdB Alexander Hoffmann (CSU) haben sich ja als "Anwälte" bereits ins Spiel gebracht und sich in vielen Treffen in Berlin fundiertes Wissen angeeignet. Nun sollte ein Mandat doch darauf hoffen, dass seine Anwälte ihn bei wichtigen Terminen mit Anwesenheit tatkräftig vertreten und offene Fragen für ihr klären. Ein solcher Termin war auch der 14. Oktober 2015.

Im Gegensatz zum CSU-Hoffmann ist der SPD-Rützel sogar noch namentlich benannter Vertreter im bezeichneten Ausschuss. Beide hatten ja bei unserer Podiumsdiskussion in Burgsinn trotz Einladung nicht mitgewirkt. Anders dagegen MdB Ralph Lenkert (LINKE). Er hat mit Wissen an jenem Abend durchaus bei den Zuhörern überzeugt. Gemeinsam mit seiner Fraktionskollegin, MdB´in Eva Bulling-Schröter, wirkte er auch bei einer eigenen Veranstaltung in Rieneck mit.

Beim Blick auf die Anwesenheitsliste am 14. Oktober wird es jetzt interessant und deshalb steuern wir diese Info auch mal. Immerhin geht es ja um unsere Anwälte!

Beide LINKE-Abgeordnete wirkten mit. Lenkert nahm als offizieller Ersatzmann teil. Dies hätte auch Rützel tun können, aber ein Blick auf die Anwesenheitsliste sagt alles:

Hoffmann ist nicht einmal Vertreter für die CDU/CSU im Ausschuss und hatte deshalb ohnehin keine Spielkarte in diesem Match. Von großem Interesse zeugt diese fehlende Unterschrift nicht gerade!

Mittwoch, 10. Februar 2016

Infos aus Berlin! Guter NRW-Antrag im Bundesrat abgelehnt!

Wie fragwürdig man in Berlin mit SÜDLINK und der gesamten Thematik des Leitungsbaus umgeht, soll die folgende Berichterstattung zeigen.

Zwischenzeitlich ist ja allen bekannt, dass man sich in Berlin brüstet, man habe mit den Änderungen im Gesetz über den Energieleitungsbau einen Meilenstein zur Problemlösung gesetzt und könne so die Proteste in der Bevölkerung umgehen. Gemeint ist konkret der Vorrang für Erdverkabelung bei so genannte HGÜ-Leitungen (Gleichstromleitungen).

Wir hatten schon in zurückliegenden Posts darauf hingewiesen, dass man feierlich immer nur diesen Satz ohne den Kontext der daran aber anschließenden Ausnahmen publiziere und damit ein weiteres Mal die Bevölkerung hinters Licht führe. Eine ganz wesentliche Ausnahme ist z.B. die unmittelbare Nähe zu einer bestehenden Freileitung. D.h. konkret für unseren Sinngrund (als Beispiel): Die bestehende 110-KV-Freileitung ermöglicht im Nahbereich auch weiterhin die Planung von SÜDLINK-Freileitungsmasten.

Die Gesetzesänderungen aus dem Bundestagsbeschluss wurden am 18. Dezember im Bundesrat beraten und beschlossen. Aus dem Freistaat Bayern (Drucksache 595/1/15) wurde der Vorschlag angenommen, man möge bei der Bundesregierung einfordern auch bei Wechselstromleitungen vermehrt auf eine Erdverkabelung zu setzen und die dort bestehende Pilotprojektliste "offen" zu lassen. Abgelehnt wurde hingegen ein guter Antrag des Landes Nordrhein-Westfalen. Dort wies man auf die o.a. Problematik mit der Ausnahme hin und stellte sich vor die Bürgerinnen und Bürger von bereits mit Freileitungen durchzogenen Landstriche. Diese Menschen, so steht es in der Drucksache (595/2/15) geschrieben, würden eine zweite Freileitung als zusätzliche Belastung erkennen und nicht akzeptieren. Der Antrag sah weiter vor, mag möge die Bundesregierung beim Vollzug der Gesetze dazu auffordern, lediglich eine Aufseilung als Ausnahme von der Erdverkabelung zuzulassen. D.h. konkret: Nur wo die zusätzliche Freileitung mit auf eine bestehende Freileitung "aufgeseilt" werden kann (ohne Masterhöhung), kann von einer Erdverkabelung abgesehen werden. Dieser, aus unserer Sicht guter und für uns im Sinngrund konkret wirkender Antrag wurde abgelehnt. Es bleibt bei den wachsweichen Ausnahmen und wir bleiben weiterhin im Topf ... und das auch weiterhin tendenziell in der Freileitungsplanung!

Nach der Politik erwarten wir nun zeitnah eine konkrete Trassenplanung von TenneT. Und auch dann dürfte noch lange nichts gegessen sein. Man darf davon ausgehen, dass TenneT im NABEG-Antrag auch weiterhin mit so genannten Alternativ-Trassen arbeiten wird. Ganz gleich ob die Publikationen der Vergangenheit zutreffen und eine SÜDLINK-Planung in Richtung Hessen verschoben werden könnte. Damit ist aber nur das Problem verschoben! Nicht die Ursache!

Dienstag, 5. Januar 2016

Infranetz AG plant SüdLink-Verlauf entlang der A66 im Kinzigtal

Die Firma Infranetz AG setzte sich schon immer für die Erdverkabelung ein und legte Alternativen zu den Darstellungen und Behauptungen der Netzbetreiber wie TenneT vor. Infranetz-Alternativen unterschieden sich schon immer von TenneT in der Wahl des Korridors, in den Ausmaßen der Erdkabeltrassen und letztlich der Kostenangaben. Letzteres wird ja bekanntlich auf den Verbraucher umgelegt und führt zu Steuermehreinnahmen.

Nach der Gesetzesänderung und dem Erdkabel-Vorrang erwarten wir und alle anderen Bürgerinitiativen nun eine konkrete Trassenplanung von TenneT.

Infranetz hat seine Planung bereits jetzt visualisiert:


Demnach würde der SüdLink entlang der Autobahnen geführt werden und der Spessart wäre raus.
Das entspricht auch den Vorstellungen der Bayerischen Staatsregierung, die bereits im zurückliegenden Trassenstreit eine Verlegung nach Hessen ins Spiel gebracht hat.

Wir dürfen weiter auf die Planung von TenneT gespannt sein. Infranetz wird diese Planung jedenfalls an die Bundesnetzagentur und das BMWI steuern.

Am Ende bleibt uns nur wiederholt der Hinweis auf die Fragestellung, warum Netzbetreiber und Erbauer eigentlich identisch sein müssen. Das ist ein Widerspruch zu den üblichen Ausschreibungen. Infranetz wird also tendenziell keine Rolle spielen und TenneT wird seine Planung durchsetzen. Die Mehrkosten zahlt der Verbrauchen und das Finanzministerium freut sich anhand der höheren Strompreise über Mehreinnahmen. Ein billigere Ausführung in Konkurrenz zu TenneT wäre zwar für den Verbraucher gut ... würde aber die zu erwartenden Mehreinnahmen des Staates mindern.

Samstag, 5. Dezember 2015

Neues NABEG mit vielen "Weichmachern"

Erstmals seit der großen Verkündung "Vorrang für Erdverkabelung" gibt es wieder Neuigkeiten zu vermelden. Am 03. Dezember hat der Deutsche Bundestag die Gesetzesänderung NABEG beschlossen. Und was sollen wir sagen? Es hilft uns zunächst keinen Schritt weiter. Wir hatten in der Vergangenheit in unserem fb-Block schon auf die nun festgeschriebenen "Weichmacher" in der Änderungsvorlage verwiesen.

Drucksache 18/6909 – 48 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode.

Nummer 3 räumt die Möglichkeit ein, bestehende oder bereits zugelassene Freileitungstrassen (Bestandstrassen) zu nutzen, insbesondere um den Flächenverbrauch zu senken und die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt möglichst gering zu halten. Indem Bestandstrassen genutzt werden, kann eine Belastung durch ein zusätzliches Erdkabel minimiert werden. 

@MdB Rützel (SPD) und MdB Hoffmann (CSU)
"Wer den Sinngrund schon mal bei Tageslicht bereist hat, dem dürfte nur schwerlich die 110KV-Freileitung entgangen sein! Aber sicherlich wussten beide Koalitionäre nichts von der bestehenden Freileitung!"

Bei einer Trassenbündelungsmöglichkeit sollte der Einsatz von Freileitungen möglich sein, wenn dies zu geringeren Umweltauswirkungen als der Einsatz eines Erdkabels führen würde.

@MdB Rützel (SPD) und MdB Hoffmann (CSU)
"Na diese Formulierung scheint doch für den Sinngrund wie angepasst! Hier finden wir uns ja prima wieder und wer bitte beurteilt die "geringeren Umweltauswirkungen" gegenüber der Erdleitung? Sicher doch TenneT alleine oder in Absprache mit der BNetzA (das gleiche Rechenprogramm benutzt man ja schließlich auch)."
 
Weiter wird erklärt ....

Für die Nutzung einer Bestandstrasse gelten allerdings hohe Anforderungen, um dem Erdkabelprimat zur Geltung zu verhelfen. So muss zum einen das Vorhaben in oder unmittelbar neben der Bestandstrasse zu errichten sein. Zwar werden damit Anreize für die Planung gesetzt, bei der Wahl der Trassenkorridore auch möglichst vorhandene Trassen oder bereits ausgewiesene Trassenkorridore zu erwägen. Diese Ausnahme wird jedoch dadurch in ihrem Anwendungsbereich eingeschränkt, dass die Freileitung keine zusätzlichen erheblichen Umweltauswirkungen haben darf. Dies bedeutet, dass die Bündelungsmöglichkeit nur dort zum Tragen kommt, wo im Rahmen einer umfassenden Abwägung und im Vergleich zur Vorbelastung lediglich geringe zusätzliche Eingriffe in die Umwelt, insbesondere Natur und Landschaft, zu erwarten sind.

 @MdB Rützel (SPD) und MdB Hoffmann (CSU)
"Und weiter geht es mit fragwürdiger Schwammigkeit. Favorisiert werden also Bestandstrassen nur dann, wenn bei der aufzustockenden Freileitung keine zusätzlichen Umweltauswirkungen zu erwarten. Und wer beurteilt das? Da Freileitungsmasten alleine durch ihre Höhe von rund 70 Meter schon im alten NABEG per se keine Umweltbeeinträchtigung darstellten, dürfte der Aufbau von 25 Meter auf X-Meter (z.B. 70 Meter) dies auch nicht tun."

"Mit diesem tollen, neuen NABEG wurde nur ein Vorrang deutlich herausgestellt. Nämlich: SÜDLINK (und alle anderen Leitungsvorhaben auch)!  Alles andere ist wachsweich und dürfte viel Interpretations- und Bewertungsspielraum offen lassen. Und ein Primat liegt ja schon lange in Berlin ... der "Deutungsprimat."

Freitag, 16. Oktober 2015

Erdverkabelung?

In dem Bericht hat der Herr Rützel MdB vergessen zu erwähnen was im Gesetzentwurf noch zu lesen ist. ---Paragraph 3 Satz 2 Absatz 3 :---.Wenn die Leitung in oder neben der Trasse einer bestehenden Hochspannungsfreileitung errichtet oder betrieben werden soll ist eine Freileitung zulässig. Im Sinngrund/Sinntal haben wir von Fulda bis Gemünden die 110 kv Leitung. (Sie geht auch an Schaippach vorbei.)          Ein Moor gibt's hier nicht.


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MAIN-SPESSART/BERLIN15. Oktober 2015 16:55 Uhr SuedLink: Erdverkabelung erhält Vorrang

Nach dem Energie-Koalitionskompromiss vom September liegt der Entwurf für die Reform des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG) vor, der am Mittwoch Gegenstand einer öffentlichen Anhörung im Bundestag war. Die Sachverständigen waren sich einig, dass am Ausbau des Stromnetzes in Deutschland zum Gelingen der Energiewende kein Weg vorbei führt, teilt der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel mit.

Nach dem Energie-Koalitionskompromiss vom September liegt der Entwurf für die Reform des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG) vor, der am Mittwoch Gegenstand einer öffentlichen Anhörung im Bundestag war. Die Sachverständigen waren sich einig, dass am Ausbau des Stromnetzes in Deutschland zum Gelingen der Energiewende kein Weg vorbei führt, teilt der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel mit.

Für die Region besonders wichtig: Der geänderte Gesetzesentwurf zum Ausbau von Energieleitungen sieht grundsätzlich Erdkabel vor. Freileitungen soll es nur in Ausnahmefällen geben. Dies können etwa Naturschutzgründe sein – zum Beispiel der Verlauf der Strecke durch ein Moor – oder der ausdrückliche Wunsch betroffener Kommunen.

Ein Umdenken hat auch beim Netzbetreiber TenneT stattgefunden. Während der Anhörung zeigte Geschäftsführer Lex Hartmann klar auf, dass die Erdkabellösung die Planung der Trasse nicht nur beschleunigt, sondern aus volkswirtschaftlichen Gründen auch eine Kostensenkung mit sich bringt. Aufgrund der geringeren Zahl von Klagen im Planfeststellungsverfahren sei eine Verfahrensbeschleunigung zu erwarten.

Darüber hinaus werde die Trassenlänge kürzer. Moderne Erdkabel erfordern zudem nur eine Trassenbreite von fünf bis sieben Metern und sind zwei- bis viermal so teuer wie eine Freileitung – und nicht achtmal so teuer, wie ursprünglich kalkuliert.

Artikel: http://www.mainpost.de/regional/main-spessart/SuedLink-Erdverkabelung-erhaelt-Vorrang;art129810,8959160


Freitag, 7. August 2015

SüdLink noch lange nicht vom Tisch!

Text veröffentlicht im Mitteilungsblatt der Sinngrund-Allianz (KW 33):

SüdLink noch lange nicht vom Tisch!

Aus gegebenem Anlass wollen wir alle Mitglieder unserer Bürgerinitiative, aber auch alle Bürgerinnen und Bürger, über den aktuellen Sachstand bei der SüdLink-Planung informieren.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass der breite Widerstand durch Bürgerinitiativen in ganz Deutschland die Politik aufgerüttelt und in Bewegung gebracht hat. Dafür möchten wir uns bei allen Unterstützern unseres Widerstands bedanken. Neben einem eigenen Informationsabend hat die Lenkungsgruppe viele Veranstaltungen besucht, eine politische Podiumsdiskussion durchgeführt, Demos unterstützt, eine Petitionsschrift an unterschiedliche Politiker und Behörden eingereicht und öffentlichkeitswirksame Aktionen, z.B. die Petitionsübergabe an CSU-Wirtschaftsminister Ilse Aigner, durchgeführt. Punktuell hätten wir uns mehr bürgerliches Interesse und Engagement gewünscht; das sei an dieser Stelle auch ehrlich einmal erwähnt.

Sicher haben Sie kürzlich den Medienberichten die Nachricht entnommen, dass alle Monstertrassen „vom Tisch“ seien. Zumindest war dies die Interpretation der CSU-Spitze um Ministerpräsident Horst Seehofer nach dem Koalitionsgipfel am 1. Juli in Berlin. Zuvor hatte Seehofer bei einem CSU-Bezirksparteitag in Bad Brückenau unmissverständlich erklärt, dass er keinen Bedarf für SüdLink sehe und er für eine Einstellung der Planungen kämpfen werde. Einige Monate zuvor hatte der Bayerische Energiegipfel unter Ilse Aigner in München noch ergeben, dass es mindestens eine Trasse nicht braucht (2-X).
Wie sieht das Seehofer´sche „vom Tisch“ nun in der Realität aus: In einem aktuellen Schreiben teilt der Vorhabenplaner und Netzbetreiber TenneT unter Bezugnahme auf den Koalitionsgipfel mit, dass …. (Zitate)

… die Notwendigkeit von SüdLink bestätigt wurde,

… die Stammstrecken für beide Vorhaben (Anfang- und Endpunkte) befürwortet wurden,

… ein allgemeiner Vorrang für Erdverkabelung bei SüdLink vereinbart wurde.

Der Vorrang für Erdverkabelung wird durch die technische Möglichkeit (vermutlich z.B. Gesteinsgeologie, Gebietsstrukturen etc. pp) begrenzt. Einen Regelkatalog für diese dehnbaren Begriffe dürfen wir vor Streckenfestlegung kaum erwarten. Also was bedeutet das Ergebnis im Klartext für uns: Die SüdLink-Trasse wird in jedem Fall gebaut! Obwohl namhafte Wissenschaftler den Bedarf nicht nur anzweifeln sondern mit Zahlen und Fakten widerlegen. Die Freien Wähler Bayern haben hierzu eine Studie bei Prof. Jarass (TH RheinMain) in Auftrag gegeben und raten uns den Widerstand weiter aufrechtzuhalten. Auch die Bundestagsfraktion DIE LINKE fordert geschlossen eine Abkehr vom Vorhaben. Der Bund Naturschutz tut es ihnen gleich.

Entgegen anderer Erdverkabelungspläne (Firma Infranetz AG) wird auch die Erdkabeltrasse von TenneT in ihrer Ausführung einen breiten Landstrich in Anspruch nehmen und bei uns tendenziell nicht unerheblich Grund- und Waldfläche beanspruchen.

Die aktuelle Gesetzeslage muss ohnehin noch den Lippenbekenntnissen der Regierungsspitzen aus CDU/CSU/SPD angepasst werden. Nach wie vor ist die Freileitung vorgeschrieben und man bevorzugt eine Bündelung mit Bestandstrassen (das wäre unsere 110KV-Leitung). Gesetze werden bekanntlich durch den Bundestag beschlossen und müssen dem Votum des Bundesrates standhalten. Und dort, im Länderparlament, darf man tendenziell von Vorbehalten anderer Bundesländer (wie z.B. Hessen und Baden-Württemberg) ausgehen. Will man doch die zunächst auf dem SüdLink geplante 2GW-Leitung Brunsbüttel – Großgartach nun entgegen früherer Planung in Nordhessen abschlagen und über deren Boden nach Baden-Württemberg führen. Beide Bundesländer bekämen somit mehr Kilometer ab. Da kommt sicher wenig Freude auf und ändert auch nichts an der weiteren 2GW-Leitungsplanung von Wilster nach Grafenrheinfeld bei uns.
Wie TenneT uns schriftlich mitteilte, wird für SüdLink die Planung möglicher Korridore neu aufgesetzt. Damit sind wird aber noch lange nicht „vom Tisch“ und können momentan nur die Ruhe des „Status quo“ genießen. TenneT erwartet nun von der Politik und der Bundesnetzagentur klare methodische Prämissen für die Korridorfindung und wir sollten bei aller Sommerentspannung eine gewisse Grundvorsicht beibehalten.

Wir möchte Sie aufrufen uns auch weiterhin tatkräftig zu unterstützen. Die Entwicklung generell war ausdrücklich nicht der Eigenantrieb der Politik. Wir alle tragen zu diesem Druck bei und sollten da nicht nachlassen. Wir sind noch lange nicht am Ziel angekommen!

Informationen finden Sie auch immer unter www.sinnloslink.de oder in unserem Facebook-Auftritt (Bürgerinitiative Sinngrund-Allianz).

Samstag, 1. August 2015

TenneT macht Druck

TenneT erhöht jetzt auch den Druck auf die Politik und fordert rasche Planungssicherheit. SüdLink habe durch die Entscheidung des Koalitionsgipfels am 1. Juli cirka 2 Jahre verloren und könne SüdLink erst in 2024 fertigstellen. Außerdem koste das Ding ja jetzt etwa das 8fache und die Kosten müssten auf die Stromverbraucher umgerechnet werden - natürlich im Wesentlichen auf den kleinen Kunden! Die Großindustrie ist ja auch von der Energiewende nicht betroffen!

Aber schon auf diesem Weg auch bestätigt zu bekommen, dass trotz Abschaltung der AKWs in 2022 immer noch ausreichend Strom aus der Steckdose kommt. Da gibt es ja immer noch Zweifler die sich ängstigen, dass unser Widerstand zu warmen Kühlschränken führe.

Die wirkliche Panik bei TenneT angesichts der 2 Jahre liegt eher bei den Verdienstausfällen. So vermeldet TenneT jüngst auch, dass immer mehr Windkrafträder wegen des Windkraftausbaus stillstehen müssten. Für wie doof hält uns TenneT eigentlich? Zwischenzeitlich dürften die meisten Menschen den wahren Marktanteil von Windenergie mitbekommen haben. Der Exportüberschuss von Strom ist weiter stetig angestiegen, weil bei unveränderter Kohleverstromung und dem Ausbau der Erneuerbaren ein lukrativer Überschuss erzielt wird. Dieser Überschuss stößt an die Grenzen der Netzkapazität und da Windenergie eine bescheidene Grundlastfähigkeit hat (was man auch schon vor der Werbetrommel für diese Lobby wusste), feuert man unentwegt die subventionierte Kohle rein. 2022 geht die Atomkraft vom Netz und macht Kapazitäten frei. Alles nicht ausreichend für die Herrschaften des maximalen Profits und so soll auch nicht eine produzierte KWh unverkauft bleiben. Und exakt das passiert jetzt aber zwischen 2022 und 2024 und in der Zeit bis zur Fertigstellung der Trassen. Das ist deren wahres Problem. Im Wissen um eine fehlende, wirtschaftlich tragbare Speichertechnologie (Methanisierung ist ja wegen bestimmter Marktfaktoren teurer und im Wirkungsgrad schlechter), einer nur bedingt grundlastfähigen Wind- und Sonnenenergie muss die ungeliebte Kohle fließig weiter verbrannt werden. Die Energiespitzen der Erneuerbaren, die ja angeblich unsere Energiewende darstellen, können im Netz nicht gebraucht werden. Deren Abschaltung ist natürlich brachliegendes Kapital und blanker Euro ... bei TenneT wegen Ausfälle im Netzentgeld und bei den Stromkonzernen der Verkaufspreis. Und da wir (immer erkennbarer) vom EURO regiert werden, braucht es auch weiterhin SüdLink!

Freitag, 31. Juli 2015

Neues von TenneT

Neues von der Front:
Heute ging bei uns ein Schreiben von TenneT ein. Bereits im Betreff stellte man klar:
- Notwendigkeit von SüdLink bestätigt
- Koalition befürwortet Stammstrecke für beide Vorhaben
- Allgemeiner Vorrang Erdkabel bei SüdLink

SüdLink wird weiter als wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Energiewende bezeichnet. Der Erdkabel-Vorrang bedeute für SüdLink konkret, dass man die Planung der Trassenkorridore neu aufsetzen müsse und man nun abwarte, welche konkreten und methodisch umsetzbare Prämissen man seitens der Politik und der Bundesnetzagentur definiere.

Wir bleiben in jedem Fall weiter im Newsletter-Verteiler (super!). D.h. aber in der Tat im Klartext, dass für uns noch lange nichts weggesprochen wurde. Was ist Vorrang? Welche Kriterien gelten für eine Abweichung. Wo soll der Korridor nun verlaufen? Alles wieder auf Null setzen ... können wir uns einfach nicht vorstellen. Man wird die vorhandenen Raumuntersuchungen in jedem Fall nutzen.

Ferner fand heute ein Treffen der Wählergemeinschaft Initiative Burgsinn mit MdL Aiwanger und MdL Felbinger, Freie Wähler, in Burgsinn statt. Thema u.a. wohl auch SüdLink. Bei dieser Gelegenheit teilte Aiwanger mit, die FW hätten ein Gutachten bei Professor Jarass, Hochschule RheinMain, in Auftrag gegeben. Man geht fest davon aus, dass dieses Gutachten die Notwendigkeit des SüdLink unweigerlich widerrufe. Aiwanger und Felbinger ermutigten die Bürgerinitiativen weiter den Widerstand vor Ort hoch zu halten. Man solle sich nicht vom Versprechen "Erdverkabelung" blenden lassen.

Montag, 20. Juli 2015

Infranetz widerspricht Presseartikel "Teure Erdkabel sollen hässliche Strommasten ersetzen"

Die Firma Infranetz AG widerspricht entschieden einem Presseartikel der Wirtschaftswoche (v. 17.07.2015):

ACHTUNG: Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich, dass wir mit dieser Darstellung zum Thema Erdverkabelung uns damit nicht "pro SüdLink" positionieren. Die Informationen dienen lediglich dem Thema und der Darstellung in der öffentlichen Diskussion!!!

Der Einfachheit halber benutzen wir Ihren Text in der "Wirtschaftswoche":
 
"Statt hässlicher Hochspannungsmasten sollen Erdkabel Windstrom aus dem Norden gen Süden leiten. Doch die Technik ist wenig erprobt (Falsch: Weltweit wurden bislang über 5.000 km HGÜ-Erkabelsysteme verlegt, allein in Deutschland 1.204 km von der Tennet; s. Wikipedia, HGÜ) - und nicht ganz billig" (Richtig, aber auch nicht teurer als Freileitungen mit Teilverkabelungen und den gern vergessenen Nebenkosten. Hier unsere Übersicht).


"Die Uhr tickt: 2022 sollen in Deutschland die letzten Atomkraftwerke vom Netz gehen. Damit dann nicht die Lichter ausgehen, sollen Stromautobahnen Windenergie aus dem Norden Deutschlands zu den Fabriken im Süden fliessen lassen".(Die Uhr tickt überhaupt nicht. Allein in 2015 wird Deutschland einen Stromexportüberschuss von knapp 50 Mrd. kWh bilanzieren. Davor waren es 34 Mrd. kWh. Die Netze sind also keineswegs überlastet, wie man uns glauben machen will. In Japan hat man nach Fukushima 58 Meiler abgeschaltet ohne dass die Lichter ausgingen. Schon 1983 wurde das im Bau befindliche AKW Whyl am Kaiserstuhl gestoppt, obwohl der ehemalige Ministerpräsident von Ba/Wü Filbinger zuvor erklärt hatte, dass ohne den Bau die Lichter ausgehen. Die sind natürlich nicht ausgegangen. Filbinger war allerdings auch kein Elektriker. 10% der sog. Fabriken im Süden erzeugen übrigens nach Angaben der DIHK ihren Strom mittlerweile auch selbst. SZ vom 27.09.13). Tendenz steigend.

"Doch einer (auch wir und hunderte Bürgerinitiativen) wehrte sich lange gegen das Vorhaben. Landespatron Horst Seehofer (CSU) wollte in seinem (seinem?) Bayern keine der als Monstertrassen geschmähten Leitungen mit ihren hohen Masten dulden. So rang er Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) einen Kompromiss ab: Vor allem Erdkabel sollen nun den Grünstrom (das meiste ist Steinkohle- oder Braunkohlestrom) in den Südstaat bringen".

"Acht mal so teuer wie eine normale Leitung" (Falsch! unter anderem schon deswegen, weil es 3 bis 8 mal hieß)

"Was nach politischem Geniestreich klingt, hat einen großen Makel. Die Technik ist teuer und kaum in größerem Maßstab erprobt (sie ist kostenneutral und es wurden weltweit schon 5.000 Systemkilometer gebaut. Allein in Deutschland schon 1.204 km durch Tennet). Für einen Kilometer oberirdischer Leitung sind laut Netzbetreiber Tennet 1,5 Millionen Euro fällig (Es sind 2 Mio. Euro/km, lt. Eva-Maria Schäffer in der Bayreuther Zeitung vom 01.06.15, s. obige Grafik. Mit Teilverkabelungen sind es sogar 2,5 Mio. Euro/km nach einer BMU-Studie aus 2011. Mit den gern verschwiegenen Nebenkosten wie Ausgleichsmaßnahmen, Waldeinschlag, Wiederaufforstung, Gemeindeabgabe nach §5 StromNEV, Enteignungen, Prozesskosten, Kommunikationskosten, Bundesfachplanung, etc. sogar 3,2 Mio. Euro/km. Mit Umrichtern 4 Mio. Euro/km. Insgesamt kostet dann der durchschnittlich 760 km lange Südlink damit ca. 3 Mrd. Euro. Ein unterer einstelliger Milliardenbereich wie es die Tennet gern ausdrückt)

Für Erdkabel aber je nach Beschaffenheit des Bodens aktuell drei bis acht Mal so viel (Kaum zu glauben. Das wären dann, ausgehend von 3 Mrd. Euro ca. 9 bis 24 Mrd. Euro.  Nur zum Vergleich: Die 1.200 km lange North Stream Pipeline mit 2 Röhren, 2.400 km Rohrlänge und 185.000 betonummantelten 1,15 m Rohren a' 25 to durch die Ostsee hat "nur" 8 Mrd. Euro gekostet. Der Gotthard Basistunnel mit 2 Röhren von 57 km Länge durch Granitgestein hat "nur" 12 Mrd. Euro gekostet. Für 24 Mrd. Euro bekommen Sie sogar eine 800 km lange 6-spurige Autobahn). 3500 Kilometer neue Trassen plant Berlin, davon 2000 Kilometer Korridore mit Gleichstrom. Die transportieren die Energie effizienter als traditionelle Wechselstromleitungen" 
"Der Kompromiss der Koalitionäre könnte Stromkunden und Steuerzahler Milliarden kosten (Steuerzahler ist schon mal falsch. Alles wird auf den Stromkunden umgelegt. Ein ca. 3 Mrd. teurer "SuedLink" in Vollverkabelung entsprechend obiger Grafik kostet, umgelegt auf 40 Mio. deutsche Haushalte, genau 75 Euro pro Haushalt und zwar einmalig. Verteilt auf 20 Jahre sind das 3,75 Euro jährlich. Bei einem Durchschittsverbrauch von 3.750 kWh macht das genau 0,1 Cent pro kWh aus). 

Es hat bei den Erdkabeln Techniksprünge gegeben. Ich halte es dennoch für ausgeschlossen, dass sie wirtschaftlicher als Freileitungen werden, sagt Lutz Hofmann, Professor für elektrische Energieversorgung an der Universität Hannover (Prof. Hofmann ist ein ausgewiesener, drittmittelabhängiger Erdkabelgegner, wie sein Vorgänger Prof. Oswald. Zur Wirtschaftlichkeit zählen im Übrigen auch die 3- fach höheren Betriebskosten von Freileitungen und die Leitungsverluste, die bei Freileitungen um 15 Mio. Euro pro Jahr höher sind. Das hat er wohl verschwiegen. Es geht aber im Wesentlichen nicht um Wirtschaftlichkeit. Freileitungen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz, der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie einfach nicht genehmigungsfähig, weil sie alle Schutzgüter und das Wirkungsgefüge zwischen ihnen erheblich und insbesondere dauerhaft beeinträchtigen. Kaum jemand weiß, das in Deutschland jährlich 30 Mio. Vögel an Freileitungen verenden [Heinjis, Hörschelmann, Bernshausen und Richarz]). 

"Immerhin gibt es Versuche, etwa der beiden Elektrotechnik-Rivalen ABB und Siemens, die Kosten zu senken".
Effizientere Kabel
"So hat ABB ein Gleichspannungskabel aus Kunststoff entwickelt, das Spannungen von 525 Kilovolt überträgt (aushält)

Das sind fast zwei Drittel mehr als bei den 320-Kilovolt-Erdkabeln, die hierzulande bisher auf 360 Kilometern (Falsch: 1.204 km durch Tennet incl. Seekabel, die auch Erdkabel sind; s. Wikipedia, HGÜ; weltweit sind es knapp 5.000 km) verlegt wurden. Mit dem neuen Kabel können wir die Übertragungsleistung der geplanten Trassen auf 2,6 Gigawatt mehr als verdoppeln, sagt Jochen Kreusel, der bei ABB das globale Programm für intelligente Übertragungsnetze leitet.

Möglich macht den Sprung ein neues Isolationsmaterial aus einem besonderen Kunststoff, der die Kupfer- oder Aluminiumadern in der Mitte umschließt. Es enthält weniger Ladungsträger, weshalb weniger Strom aus den 13 Zentimeter dicken Kabeln entweicht (die Verlustwärme entweicht, der Strom gottseidank nicht, die Isolierung ist nur spannungsfester, d.h. man kann bei höherer Spannung nach P = U x I mehr Leistung übertragen)

Die Innovation hat einen gewaltigen Vorteil. Waren bisher vier Kabel nötig, um zwei Gigawatt zu übertragen, reichen nun zwei (korrekt und das haben wir schon vor Jahren erkannt)

Damit halbiert sich die Breite der Trasse auf zehn Meter (0,7 m für 2 GW nach dem Infranetz System), denn weniger Kabel brauchen weniger Fläche. Das dürfte Anwohner wie Naturschützer freuen, zudem entsteht laut Kreusel weniger Elektrosmog als bei Freileitungen (Geschirmte Kabel sind sog. faradaysche Käfige und emittieren keine elektrischen Felder. Das magnetische Feld neutralisiert sich durch die gegenpolige Stromrichtung nahezu vollständig), da Erdreich besser abschirmt als Luft. Die Erdoberfläche erwärme sich zwar durch die Leitung, aber um nicht mehr als zwei Grad (eher < 1° C bei der Bettung in thermisch stabilisierendem Flüssigboden TS nach RAL GZ 507 aus dem originären, steinfrei gesiebten Bodenaushub, so wie wir es vorschlagen. Die ausschlaggebende Verlustwärme einer 2 GW Leitung beträgt nach dem Ohmschen Gesetz bei 50% Teillast 19 Watt pro Grabenmeter. Bei Volllast 83 W in 1,2 m Tiefe. Da kommt oben kaum noch etwas an. Da offiziell Offshore Strom und kein Steinkohlestrom aus Moorburg übertragen wird, ist die Leitung nur zu 4.000 Stunden pro Jahr voll ausgelastet, in der Hauptsache in den vegetationsfreien Jahreszeiten wie Herbst und Winter).

Zuverlässigkeit von Erdkabeln ist unsicher
Die neuen Kabel sind leichter, was das Verlegen beschleunigt (Unseres Wissens wiegen sie genausoviel wie die 320 kV Kabel, nämlich 31,2 to pro km. Sie sind aber deutlich leichter als die erprobten 500 kV masseimprägnierten Ölharzkabel mit 80 to/km, die von Tennet geplant sind)

Kostenmäßig ist der Abstand zu den Freileitungen sehr viel kleiner geworden, sagt Kreusel, ohne konkret zu werden. Leider haben die Hoffnungsträger einen enormen Nachteil (enorm ist sicher das falsche Wort). Sie sind noch nicht im großen Stil genutzt worden (ein innovationsfeindliches Totschlagargument mit dem schon George Stephenson beim Bau der ersten Eisenbahn Probleme hatte)

Niemand kann sagen, wie zuverlässig sie sind, meint Forscher Hofmann. (Die 525 kV Kabel sind zertifiziert und können bestellt werden. Sie wurden nach den anerkannten Regeln der Technik getestet. Die technische Lebensdauer wurde in den üblichen und anerkannten Stresstest simuliert) 

Bei dem Gedanken, den Leiter auf langen Strecken einzusetzen, werde ihm mulmig. Wenn bei einer so wichtigen Trasse etwas kaputt geht, wird es schwierig, das Netz in Starkwindzeiten, also großem Stromangebot, stabil zu halten. (Das Netz hat damit nichts zu tun, das sollte Prof. Hofmann wissen. Eine Punkt zu Punkt Verbindung wie der Südlink ist wie ein Kraftwerk. Auch Kraftwerke können ausfallen, insbesondere die zu substituierenden Kernkraftwerke, wenn im Sommer das Kühlwasser zur Neige geht oder einer der vielen Störfälle eintritt oder ein Brennelementewechsel, etc. ansteht. Der SuedLink soll zwei solcher AKW's ersetzen und zudem den Windstrom aus dem Norden ableiten. Fällt die Verbindung aus, verteilt sich der Strom, wie jetzt auch, über das vorhandene unterlagerte Drehstromnetz, das nach Angaben der Tennet für die n-1 Sicherheit steht. Letzteres lt. Dr. Gramatte von der Tennet, am 11.04. an das Referat 303 des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums.

Auch die Ingenieure von Siemens wollen Erdpassagen wirtschaftlicher machen. Sie setzen auf Aluminiumrohre, die große Energiemengen verlustarm übertragen. Die haben einen Durchmesser von 50 Zentimetern, ein Gasgemisch (SF6/Stickstoff) schirmt die enorme Spannung von rund 500 Kilovolt ab. 

Elektrosmog soll so nicht messbar sein (Bei Kabel aber auch nicht. Der "enorme" Nachteil von Schwefelhexafluorid SF6 ist das Global Warming Potential GWP vom 23.900-fachen gegenüber CO2 bei einer Verweildauer von 3.200 Jahren. Diese sog. gasisolierten Leiter (GIL), müssen daher absolut luftdicht verschweißt werden. Im übrigen wird die GIL hauptsächlich für Drehstromanwendungen z.B. bei der Kopplung benachbarter Umspannwerke eingesetzt oder wie in China zur Koppelung von Maschinentrafo und Schaltanlage in einem chinesischen Wasserkraftwerk . http://www.siemens.com/press/de/pressemitteilungen/?press=/de/pressemitteilungen/2008/power_transmission/ept200812012.htm).

Die Entwickler schätzen, die Trassenbreite auf sechs Meter reduzieren zu können (Man braucht ja drei Rohre, bei redundanten, umschaltbaren Systemen sogar 6 Rohre. Zum Vergleich: die Infranetz Vollverkabelung benötigt nur 70 cm für eine 2 Gigawatt Gleichstromübertragung)

Die Kabel (GIL-Systeme sind keine Kabel, eher ähneln sie Pipelines) seien mindestens so effizient wie Freileiter, sagt Denis Imamovic von der Energy Management Division des Konzerns, und fast wartungsfrei. In ein bis zwei Jahren sollen sie einsatzbereit sein. 

Ein Feldversuch startet nächstes Jahr in Darmstadt. Doch auch Imamovic sagt nicht, was die Technik kostet (Für lange Strecken wie den SuedLink wohl kaum wirtschaftlich).
 
Energie-Professor Hofmann fürchtet, sie sei wohl noch zu teuer. Und er vermutet bei größerer Nachfrage Produktionsengpässe. Augenscheinlich verspricht die Politik etwas, was die Ingenieure nicht halten können.
(Dem Ingenieur und dem Spediteur ist nichts zu schwer).

Schauen Sie sich einfach mal unsere anliegende Systembeschreibung zur Vollverkabelung an. Sie ist machbar. ABB hat es in Fulda am 14.03.15 beim Kabelkonvent öffentlich bestätigt.
Das sog. "Innovationsrestrisiko" eines neu entwickelten Kabels kann man durch Bundesbürgschaften absichern oder ähnlich der o.g. Offshore Haftungsregelung auf die Haushalte verteilen. 

 

Montag, 6. Juli 2015

Antwort von MdB Bernd Rützel

Hallo Herr Balkie,



danke für Ihre kurze Mail vom vergangenen Donnerstag.



Im sog. „Energiekompromiss“ vom 01.07.2015 heißt es zum Thema Suedlink:



„Gleichstromleitung SuedLink: Im Bundesbedarfsplangesetz ist der Transportbedarf von Brunsbüttel nach Großgartach und Wilster nach Grafenrheinfeld festgelegt (SuedLink). Damit ist keine Festlegung des Trassenverlaufs verbunden. Dies erfolgt erst im zweiten Schritt im Rahmen der Bundesfachplanung und des anschließenden Planfeststellungsverfahrens.



Die Koalition verfolgt beim SuedLink die folgenden Ziele:

•             Gemeinsame Stammstrecke über eine noch festzustellende Länge

•             Leitungen von Brunsbüttel nach Großgartach zumindest teilweise mit der Leitung von Wilster nach Grafenrheinfeld gebündelt.

•             Wir erwarten von den Netzbetreibern, dass sie verschiedene Trassenvarianten als Alternativen vorlegen, von denen zumindest eine eine Abzweigung nach Westen vorsieht, die es ermöglicht, den stark belasteten Netzknotenpunkt Grafenrheinfeld zu entlasten, die Inanspruchnahme besonders schützenswerter Bereiche vermeidet und im Ergebnis keine Stammstreckenführung nach Großgartach über Grafenrheinfeld beinhaltet. (…)



Dabei wird der zukünftige Vorrang von Erdverkabelung und – wo dies nicht möglich oder sinnvoll ist – auch die Nutzung vorhandener Trassen und Infrastrukturen helfen, eine verträgliche Gesamtlösung bei SuedLink zu erreichen.“



Und zum Thema Erdverkabelung:



„Die Bundesnetzagentur sorgt dafür, dass bei der Trassenwahl die Varianten mit den geringsten Eingriffen für die Wohnbevölkerung sowie Natur und Landschaft mit einer transparenten Beteiligung der Bevölkerung ausgewählt werden. Noch stärker als bisher sollen bestehende Trassen genutzt und neue soweit wie möglich vermieden werden.

Erdkabel werden bei neuen Gleichstromtrassen in der Bundesfachplanung Vorrang erhalten. Bisher hatten Freileitungen den Vorrang und Erdkabel waren die Ausnahme. Die Mehrkosten sind gerechtfertigt, da die Maßnahme zu mehr Akzeptanz und zu einem schnelleren Ausbau führt.“



Ich begrüße es, dass Erdverkabelung vorrangig sein soll und dass manche Trassen nicht mehr notwendig sind. Trassenfestlegungen enthält der „Energiekompromiss“ keine. Die zu finden ist Aufgabe der Planfeststellungsverfahren.



Mit freundlichen Grüßen

Bernd Rützel



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Bernd Rützel, MdB

Platz der Republik 1

11011 Berlin